St. Gallus Böhringen
C. L. Goll und Sohn 1886
Technische Daten
1755 erste Orgel in der Galluskirche. Standort Chorempore. Erbauer unbekannt.
1794 ist diese Orgel „ganz und gar unbrauchbar geworden“.
Das Orgelspiel wird ersetzt durch einen Klarinettenchor.
1859 C.L. Goll und Sohn aus Kirchheim unter Teck erstellt eine Orgel auf der Chorempore.
1883 – 1886 Neubau der zu klein gewordenen Kirche. Der gotische Chor bleibt erhalten.

Die Kirche wie für eine Stadt.
1886
Orgelbauer Goll Kirchheim u. Teck baut eine neue Orgel mit 16 Registern auf 2 Manualen und Pedal, Standort Westempore.
Im Ersten Weltkrieg werden die Prospektpfeifen zu Kriegszwecken beschlagnahmt.
1921/22 Wiederbeschaffung der Prospektpfeifen

Alles andre jedoch Spitze!
Gotischer geht’s kaum! Kirche, Empore, und Orgelprospekt, der mit dem Raum und der Brüstung ein selten stimmiges Ensemble bildet!
Farblich nehmen die Spitzbögen mit ihrem Hellblau, den roten Bändern und den sandfarbenen Säulen getreulich die Emporefarben auf. Das Untergehäuse vermittelt zum Weiß der Kirchenwand. In der Gestaltung der Füllungen, auch am Spieltisch, zeigt sich viel Liebe zum Detail – in einer Formsprache, die sich von der Stilkopie löst und einen eigenen individuellen Gestaltungswillen verrät. Zusammen mit den raumhohen Spitzbögen im Hintergrund und den Fenstern sorgt der schlank aufstrebende Prospekt für das senkrechte Element im breit ausladenden Raum.
Mit den zwei niedrigen Spitzbogenfeldern in der Mitte gäbe es Raum für das Licht vom großen Turmfenster her durch den Mauerbogen. Wohl aus klimatischen Gründen ist die große Öffnung mit Holz versperrt, sodass der seltene Formverlauf nicht mehr unmittelbar einleuchtet. Eine Glaswand zwischen Turmöffnung und Kirche könnte Abhilfe schaffen. Dann kämen auch die aufschießenden Kreuzblumen besser zu Geltung. Ist inzwischen geschehen. (siehe Bild 2)
Im umlaufenden Hohlkehleprofil manifestiert sich das Gehäuse als Skulptur. Das wird noch unterstrichen durch die zweistufige Gestaltung der Seitenwände mit dem Spitzbogenmotiv im oberen Teil und den drei umlaufenden roten Gesimsen, die zur Schauseite Verbindung herstellen.
Auch diesem sorgfältig gestalteten und gut restaurierten Prospekt stünde eine spezielle Beleuchtung gut zu Gesicht. Er ist es wert, in seiner herb schönen Eigenart besser wahrgenommen zu werden.
Pfeifenschema der Prospektfelder 7 9 9 7 = 32 Pfeifen
Die im südlichen Teil des Gehäuses eingefrästen Schlitze sind nicht original; sie dienen der Belüftung.

Gerne lassen wir es gelten.

Und Hinterlicht, wie damals schon.
Spieltisch frei stehend Manual I Hauptwerk, Manual II Unterwerk, Pedal
Umfang Manuale C – f’’’, Pedal C – d’
Spielhilfen Tuttitritt
Notenpult aus Nussbaum in Fensterform, in Spieltischdeckel eingesteckt
Breite/Höhe/Tiefe/Neigung 750 mm, 245 mm, 36 mm, 27°
Beleuchtung Notenpult, historische Lampen am Orgelgehäuse
Beleuchtung Pedal Sofitte unter Orgelbank
Beleuchtung Manubrien wie Notenpult
Beleuchtung des Orgelinneren nicht vorhanden
Beleuchtung des Prospekts durch Emporen-Beleuchtung
Motorschalter am Orgelgehäuse
Kontrolllicht Motor Glimmlicht im Schalter
Steckdosen je rechts und links im Untergehäuse
Elektroinstallation nicht sichtbar
Heizung nicht vorhanden
Schlösser an Gehäusetüren und Spieltischdeckel
Schlüssel Schrankschlüssel
Firmenschild auf Stirnbrett unter dem Notenpult Hand-beschriftetes Emailleschild
Orgelbank Originale Bank höhenverstellbar gemacht

So lugt die Alte Zeit herein.
Manual
Mechanisch, Klaviatur, zweischenklig, Oktavmaß; 163 mm
Tastenfall: 11 mm
Obertasten einsinken: I 4,5 mm II 4,5 mm
Tastendruck: I 160 -210 g II 150 – 200 g
Länge Untertasten: I 131 mm II 134 mm
Abstände Obertasten: cis-dis 16,4 mm, fis-gis 16,8 mm,
gis – ais 16,4 mm, ais – cis 30 mm, dis – fis 30 mm
Vertikaler, horizontaler Nanualabstand: 83 mm /103 mm
Koppeln: II – I, I – Ped, II – Ped
Abstrakten und Winkel: Holz, Holz
Tastenbelag Untertasten: Elfenbein, Obertasten: Ebenholz
Neigung der Klaviaturen: 0°, 0°

Für Mechanik fast zu viel.
Pedal
System Pneumatisch
Form parallel, eben, Obertasten geschweift, Oktavmaß 500 mm,
Tastenfall 23 mm, Obertasten einsinken 20 mm
Tastendruck 1000 g
Länge Untertasten / Obertasten 480 mm / ?mm
Breite Untertasten / Obertasten mm / mm Einschub 200 mm
Vertikale Position 744 mm unter Manual horizontale Position c° unter c’
Tastenbeläge

Der Abstrakten Überzahl.

Doch alt die Maße allemal.
Mechanisch, Manubrien, gedrechselte, polierte Ebenholz-Knöpfe (35 mm lang), runde Elfenbeineinlage auf der Vorderseite
Zwei Ebenen links und rechts der Klaviatur, ein Blindzug wegen Symmetrie
Stangen aus Holz, Holzwellen
Registernamen in Schablonenschrift auf konvexen Emailleschildchen über den Zügen.
Tuttitritt
Koppeln als Tritte
Zimbelstern

links oben ohne Schrift es blieb.

Zeigt sich der Register Zahl.
Gebläse in gedämmtem Kasten im Turm
Motordaten: Aug. Laukhuff-Orgelteile D-97990 Weikersheim,
Bj. 7 13, cbm (m.c.) 5 Min., W.S. (Press) 105, Motor-Nr. 33271, H.P., 0,25, Volt 220/380, AMP. 1,0/0,58, Tour. (Rotat.) 2800, Period 50, Phas. 3
Magazinbalg neben Motor keine Ladenbälge
Windkanäle, Holz, Kondukten, Zinkblech lackiert
Winddruck: 73 mm WS am Fußloch HW Principal 8’ e° (Prospekt)

braucht es beim Spiel mit vollem Werk.

Sonst käm‘ Englisch noch nicht vor.
Gesamtpfeifenzahl 1904,
davon überdurchschnittlich viele Holzpfeifen
HAUPTWERK I | ||
---|---|---|
Bourdon | 16′ | Holz |
Prinzipal | 8′ | CIS-a’ Prospekt 1922 |
Großgedeckt | 8′ | Holz |
Tibia | 8′ | Holz |
Gambe | 8′ | Metall |
Octave | 4′ | |
Gemshorn | 4′ | C-F Rohrflöte ab FIS konisch |
Mixtur III-IV | 2 2/3′ | ab cis° vierfach Repetition |

mit dem Blitzlicht gut es geht.
ECHOWERK II | ||
---|---|---|
Principal | 8′ | ab cis° Metall |
Salicional | 8′ | ab Cis° Metall |
Gedeckt | 8′ | Holz |
Fugara | 4′ | Holz |
Flute d’amour | 4′ | Metall |

Seh’ ich Kirch und Orgel gerne.
PEDAL | ||
---|---|---|
Subbass | 16′ | Holz |
Violone | 16′ | Holz |
Oktavbass | 8′ | Holz |
Stimmung
Gleichstufig temperiert
Absolute Tonhöhe: a’ 427,7 Hz bei 5,9° Celsius
Relative Luftfeuchtigkeit 74,4 % atmosphärischer Luftdruck 980 hPa auf NN
gemessen am 11.12.2014, 18:17 Uhr
Schallpegel
Ruhe 29, dBA Gebläse 29 dBA
Min. 57,3 dBA
Max. 81,5 dBA

Schließen ist hier Orgelpflicht.
Alleinstellungsmerkmale:
Einzige original erhaltene Orgel „unter Teck“ von Orgelbauer Goll Kirchheim u. Teck

Verdient es da nicht solchen Dank!

Die Orgel lässt besonders sein.
Medien:
Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck, Band 36
Ernst Leuze und Wolfgang Znaimer:
Orgeln unter Teck (Seite 103)
Andere Instrumente im Raum:
Keyboard
Kontakt
Adresse Pfarramt und Gemeindebüro:
Untere Kirchstraße 20
72587 Böhringen
Tel.: 07382-323
E-Mail: pfarramt.boehringen@elkw.de
Homepage Pfarramt
Adresse der Kirche:
Untere Kirchstraße
72587 Böhringen
So finden Sie die Kirche: