Jakobskirche Notzingen

Eberhard Friedrich Walcker, Opus 8, 1834

Technische Daten

1750 Sammelaktion für eine Orgel. Kauf einer gebrauchten Orgel, Standort Chorempore.
1759 Ergebnislose Verhandlungen wegen einer neuen Orgel.
1827 heißt es im Pfarrbericht: „Die (alte) Orgel hat acht Register, sie ist wohl sehr alt und von geringer Beschaffenheit“
Im selben Jahr noch wurde sie verkauft nach Ganslosen (heute Auendorf)
1833 Neubau der Kirche, der alte Turm blieb stehen.

1934 Walcker (Ludwigsburg) stellt die neue Orgel widerwillen auf der Chorempore auf, auch entgegen dem Rat der Experten.
1854 Die Orgel, Opus 8, wird nach langem Hin und Her (sehr teuer) auf die Westempore transloziert.
1917 Ablieferung der Prospektpfeifen für Kriegszwecke.
1921 Wiedereinbau derselben durch Walcker.
1926 Elektroventilator.
1954 Fa. Rensch ersetzt Gambe 8‘ und Flöte 8‘ durch Hörnle 2′ und Nasat 2 2/3‘. Die Mixtur verliert ihre Terz und wird erweitert auf 6 Chöre (Doppelchöre)
Im Pedal wird Violonbass 16‘ ersetzt durch Piffaro 4‘ + 2‘.
1959 Fa. Osterle (Reichenbach) baut auf Drängen von Dr. Walter Supper und Dekan Herbert Nitsche ein zweites Manualwerk ein. Entfernen des alten frei stehenden Spieltischs zugunsten eines Spielschranks. (Zerstörung der originalen Spieltraktur.)
1984 Ausreinigung (OBM Christian Reichel) Assistenz Organist Volker Bühler.

(Quellen: Notzinger Heimatbuch, Gemeinde Notzingen 1977.
Gutachten des Orgelschachverständigen Stephen Blaich 2016.
Eigenes Erleben als Bezirkskantor in Kirchheim unter Teck.)

Standort: Westempore, mittig an der Westwand.
Originales Biedermeiergehäuse von 1834 ohne den originalen frei stehenden Spieltisch und in nicht originaler Umgebung. Gehäuse und Prospekt haben großen Seltenheitswert, denn es gibt im deutschsprachigen Raum nur ganz wenige Orgelprospekte dieser Art.  Typisch für den Stil ist der einfache obere Abschluss, einheitlich gestaltet über die ganze Breite des Gehäuses. Unter Teck einmalig die vier Dreipfeifenfelder, überlang die äußeren, gemütlich kurz die oberen. Ungewöhnlich die fehlenden Schleierbretter im mittleren oberen Feld. Stilisierte Palmzweige und Weinreben zitieren biblische Texte. Angedeutete Säulchen und Knöpfe sind dem Klassizismus zuzuordnen. Bemerkenswert die beiden Perlschnurbänder ober- und unterhalb des Pfeifenfeldes, die vergoldeten Knöpfe und die Goldleiste, die vor dem oberen Abschluss um das ganze Gehäuse läuft. 
Pfeifenschema des Prospektes   3 3 7 11 7 3 3
48 Prospektpfeifen insgesamt

Spielschrank 1969 in Gehäuse eingebrochen, Manual I Hauptwerk, Manual II Positiv 1969 hineingezwängt, Pedal im Gehäuse
Umfang Manuale C – g’’’, Pedal C – f’
Spielhilfen Koppeltritte
Notenpult Stirnbrett aus europäischer Kirsche
Auflage mit grünem Filz belegt 
Breite/Höhe/Tiefe/Neigung 850 mm, 525 mm, 65 mm, 12°
Beleuchtung Notenpult Sofitte hinter Holz- und Blechblende
Beleuchtung Pedal 2 x 25 Watt-Glühbirnen ohne Blende
Beleuchtung Manubrien wie Notenpult
Beleuchtung des Orgelinneren Leuchtstoffröhren
Beleuchtung des Prospekts, keine
Motorschalter Taster für ein und aus zusammen mit Licht und Heizung auf einem Holzbrettchen 
Kontrolllicht Motor Glimmlampe
Steckdosen 1x links, 2x rechts an der Pedalkonsole 
Elektroinstallation loses Steckerkabel zur Bankheizung
Heizung Tastenheizung, Heizfläche im Kniebrett
Schlösser Spielschranktür
Schlüssel für Spielschrank
Firmenschild auf Stirnbrett unter dem Notenpult im Stil der Registerschilder
Orgelbank verstellbar mit Kurbel links

Manual
Mechanisch, Klaviatur zweischenklig, Oktavmaß 165 mm
Breite Untertasten (in mm)  c 22,6 d 22,9 e 21,3 f 23 g 22,5, a 22,9 h 22,9
Tastenteilung breiteste/schmalste Untertaste f 23 mm /e 21,3 mm, 
Tastenfall I? mm, II 10 mm, Obertasten einsinken I 5 mm, II 5 mm
Tastendruck I 180 – 300 g, II 170 – 200, 
Länge Untertasten I 128 mm, II 133 mm Tastenköpfe I 45 mm, II 46 mm
Länge Obertasten I 74 mm, II 74 mm 
Abstände Obertasten Cis-dis 18 mm, fis-gis  16,3 mm, gis-ais 17,2 mm, 
ais-cis 33 mm, dis-fis 32,5 mm
Vertikaler/horizontaler Manualabstand 64 mm /136 mm
Koppeln II-I, I-P, II-P
Abstrakten Alu
Winkel  Alu 
Wellenbretter 3 Wellen Alu, Ärmchen Alu
Tastenbelag Untertasten Ebenholz, Tastenbelag Obertasten Elfenbein
Neigung der Klaviatur I 0°, II 0°

Pedal
Form: radial, konkav, Obertasten etwas geschweift, Oktavmaß 430(!!) mm,
Tastenfall 18 mm, Obertasten einsinken 21 mm
Tastendruck 1150 g – 1350 (gekoppelt) g
Länge Untertasten / Obertasten 740 mm / 110 – 120 mm
Breite Untertasten / Obertasten 21 mm / 21mm Einschub 295 mm
Vertikale Position 734 mm unter Manual horizontale Position c° unter cis’ Tastenbeläge: Untertasten Ahorn, Obertsten Palisander.

Mechanisch, Manubrien neue gedrechselte Zapfen 
In zwei senkrechten Reihen links und rechts der Klaviatur 
Stangen aus Holz, Eisenwellen, angeschraubte Eisenärmchen
Registernamen in handgeschrieben auf Holzschildchen neben den Zügen
Registernummern auf eben denselben
Koppeln als Tritte

Gebläse im gedämmten Kasten in einer Mauernische der Westwand 
Motordaten nicht einsehbar
Schwimmerbalg mit Rollventil ebendort 
Ladenbälge Schwimmer stehend
Windkanäle Flexrohr, Kondukten alt, Zinn gelötet, neu Flexrohr 
Tremulant pneumatisch, Druck auf Balgplatte
Winddruck: II 64,1 mm WS an der Lade 
I 66 mm WS an der Lade 
Ped 84 mm WS an Fußloch Piffaro h’

Schleifladen mit Schwanzventilen, Ventile durchweg neu. Pfeifenstöcke Eiche, Schleifen: Hauptwerks- und Pedallade Holz, Oberwerk Kunststoffschleifen, Teleskophülsen, Österle 1969. Pfeifenaufstellung: HW: diatonisch, nach außen ansteigend. Oberwerk chromatisch, Pedal: diatonisch nach innen ansteigend.

Gesamtpfeifenzahl  1343, davon 17 Blindpfeifen

HAUPTWERK I (Walcker 1834)
Principal 8′ Große Oktav Holz c°-fis’ im Prispekt, fis’’’- g’’’ auf Zusatzlade
Gedeckt 8′ Walcker 1832 Holz
Dolce 8′ Walcker 1832, C-G gedeckt
Oktave 4′ Walcker 1832
Traversflöte 4′ Walcker 1832 Holz (Ahorn) konisch gedrechselt ab c’ überblasend
Nasat 2 2/3′ Rensch 1954
Waldflöte 2′ Walcker 1832
Hörnlein 2’+1 3/5′ Rensch 1954
Mixtur VI 2′ Rensch 1954 Repetition H, ais°, e’
SCHWELLWERK II (Österle 1969)
Kammergedeckt 8′ C-g’ Kirsche, gis- g’’’ Buche
Rohrflöte 4′
Kleinprinzipal 2′
Sifflöte 1 1/3′
Klingende Zimbel III 1/2′ Repetition Ais gis°fis’ e’’ d’’’
PEDAL
Subbass 16′ Walcker 1832
Principalbass 8′ Walcker 1832
Piffaro 4’+2′ Rensch 1954

Stimmung
Gleichstufig temperiert
Absolute Tonhöhe: a’ 433,7 Hz bei 14,2° Celsius.  
Relative Luftfeuchtigkeit: 69,2 % atmosphärischer Luftdruck 1036 hPa, 
gemessen am 29.10.2014, 12:36 Uhr.

Schallpegel
Ruhe 28,5 dBA Gebläse 31,9 dBA  
Min. 59,7 dBA
Max.
82,5 dBA

Alleinstellungsmerkmale:
Einziger Biedermeierprospekt unter Teck.

Medien:
Notzinger Heimatbuch, Gemeinde Notzingen 1977

Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck, Band 36
Ernst Leuze und Wolfgang Znaimer:
Orgeln unter Teck (Seite 63)

Andere Instrumente im Raum:
Keyboard, Schlagzeug.

Kontakt

Adresse Pfarramt und Gemeindebüro:
Kirchheimer Straße 23
73274 Notzingen
Tel.: 07021-2678
E-Mail Pfarramt: pfarrer@kirche-notzingen.de
E-Mail Gemeindebüro: m.frank@kirche-notzingen.de
Homepage Pfarramt

Adresse der Kirche:
Jakobskirche
Kirchheimer Straße 11
73274 Notzingen

So finden Sie die Kirche:

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